Dies ist ein Auszug aus dem Buch Das Praxisbuch Pedelec für Einsteiger - Kaufberatung & Fahrpraxis
Autor: Rainer Gievers - Publiziert im Januar 2021
Die Straßenverkehrsordnung1 schreibt in § 652 für Fahrräder und damit den gleichgestellten Pedelecs zwei voneinander unabhängige Bremsen vor. Ist ein Fahrrad bereits mit einer Rücktrittbremse ausgerüstet, dann reicht eine zusätzliche Handbremse.
Vier verschiedene Bremsen, die teilweise auch in Kombination verwendet werden, sind auf dem Markt anzutreffen:
Nur bei Pedelecs mit Nabenschaltung wird ab und zu eine Rücktrittbremse (»Nabenbremse«) angeboten. Sie ist vor allem für Menschen sinnvoll, die vorher ein Fahrrad genutzt haben und sich nicht auf den Freilauf umgewöhnen möchten. Die ersten Rücktrittbremsen wurden bereits vor mehr als 100 Jahren in Fahrrädern verbaut.
Die Funktionsweise: Beim Treten gegen die Fahrtrichtung wird ein Bremskonus gedehnt, der an die Innenseite der Nabe gedrückt wird und damit die Bremswirkung erzielt. Bei Nachlassen den Bremsdrucks bewegt eine Feder den Bremskonus wieder in die Ausgangsstellung zurück und der Bremssattel zieht sich darauf hin wieder zusammen3.
Vorteile der Rücktrittbremse sind der geringe Wartungsaufwand, die Wetterunabhängigkeit und Robustheit. Auch braucht man im Gegensatz zu Trommel-/Felgenbremsen nicht die Hand vom Lenker nehmen, was unsicheren Fahrern zugute kommt. Dafür ist allerdings bei einer Vollbremsung ein höherer Kraftaufwand nötig und bei abgesprungener Kette verliert die Rücktrittbremse ihre Funktion. Darüber hinaus ist die Dosierbarkeit des Bremsdrucks teilweise abhängig von der aktuellen Pedalstellung und lässt sich kaum dosieren, zudem ist für die Bremswirkung etwa eine Vierteldrehung nach hinten nötig, was bei einer plötzlich nötigen Bremsung wertvolle Zeit kostet und den Bremsweg verlängert.
Wegen der geringen Bremsleistung der Rücktrittbremse sollte man immer gleichzeitig mit Rücktritt und Vorderradbremse verzögern. Gewöhnen Sie es sich am besten an, die Vorderradbremse als Hauptbremse einzusetzen, denn wenn Sie nur den Rücktritt verwenden, besteht zum einen die Gefahr, dass die Bremskraft nicht ausreicht, zum anderen kann das Hinterrad blockieren und unkontrolliert ausbrechen. Bremsen Sie immer etwas kraftvoller mit der Vorderradbremse, die Sie als Hauptbremse einsetzen.
Für längere Bergabfahrten ist die Rücktrittbremse wegen Überhitzungsgefahr ungeeignet -- im Extremfall kann sie dann blockieren und den Fahrer auf die Straße befördern. Müssen Sie dennoch mal häufig bremsen, dann sollte dies intervallartig erfolgen, also Rücktritt nicht schleifen lassen, sondern diesen kräftig durchtreten, dann wieder loslassen.
Macht sich die Rücktrittbremse mit Schleifgeräuschen, Quietschen oder niedriger Bremskraft bemerkbar, dann sollten Sie sie von einer Werkstatt untersuchen und gegebenenfalls austauschen lassen. Es handelt sich schließlich um ein sicherheitsrelevantes Teil!

Bestandteile einer Nabenschaltung mit Rücktrittbremse. Foto: Markus Schweiss4
Eine besondere Art der Rücktrittsbremse ist die von Shimano entwickelte Rollenbremse (»Rollerbrake«). Diese fast wartungsfreie Bremse wird nicht mit dem Fuß, sondern einem Hebel am Lenker, welche wiederum einen Seilzug betätigt, bedient. Für die Bremswirkung sorgen mehrere an einer Nockenscheibe befestigte Metallrollen, die von innen gegen einen Bremsmantel gedrückt werden. Prinzipbedingt reduziert sich die Bremsleistung bei höherem Tempo, sodass Notbremsungen nicht möglich sind. Regelmäßiges Schmieren ist zudem wichtig, denn sonst droht die Bremse zu blockieren. Pedelecs mit Rollenbremse sind nur sehr selten und dann eher im untersten Preisbereich zu finden, da sie gegenüber den Nabenschaltungssystemen mit integrierter Rücktrittsbremse (siehe Kapitel Nabenschaltung) keine Vorteile hat.

Eine Shimano-Rollenbremse erkennen Sie am großen Kühlkörper. Foto: Richard Masoner / Cyclelicious5
Die Felgenbremse funktioniert durch Aufdrücken der Gummi-Bremsbeläge auf die Felgenflanken des Laufrads. Die dabei entstehende Reibung sorgt für die Bremswirkung6. Für die Felgenbremse sprechen niedriger Preis, leichte Wartbarkeit und geringes Gewicht. Auch gestaltet sich der Radausbau für den Reifenwechsel mit der Felgenbremse einfacher als mit der Scheibenbremse.
Demgegenüber machen sich eine schlechte Bremswirkung bei Nässe und hoher Verschleiß an Felge und Bremsbelägen bemerkbar. Ab und zu sollten Sie zudem für volle Bremswirkung Schmutz von den Felgen beseitigen.
Im Handel sind Felgenbremsen häufig bei Pedelecs mit Nabenschaltung anzutreffen. Bei Trekkingrädern mit Kettenschaltung hat sich dagegen die Scheibenbremse durchgesetzt.
Unsere Marktanalyse hat ergeben, dass bei Pedelecs mit Felgenbremse bis etwa 2500 Euro Verkaufspreis eine Magura HS11 verbaut wird, ab etwa 3000 Euro eine Magura HS22. Die HS33 ist für die höheren Geschwindigkeiten der S Pedelecs konstruiert worden und bei den langsameren Pedelecs nicht zu finden.
Die heute verbauten Felgenbremsen haben natürlich nur noch eine entfernte Ähnlichkeit mit den Bremsen, über die Sie sich in Ihrer Kindheit am Fahrrad herumärgerten. So arbeiten alle Bremsen des deutschen Herstellers Magura nicht per Seilzug, sondern mit einer zuverlässigeren Hydraulik (Öldruck sorgt für die Kraftübertragung).
Ein Vorteil der Felgen- gegenüber der Scheibenbremse wird erst auf dem zweiten Blick deutlich: Die Scheibenbremse liegt nahe am Drehpunkt, weshalb auf den Bremsbacken der Scheibenbremse größere Kräfte wirken als auf der Felgenbremse.

Hydraulische Felgenbremse Magura HS11. Foto: www.velo-radsport.de7
Magura HS11: Die Zielgruppe der HS11 sind Cityräder (siehe dazu Kapitel Rahmenformen). Im Gegensatz zur HS22 oder HS33 ist keine Einstellung der Bremshebelweite möglich. Nachstellen der Bremsen, um den Bremsbelagverschleiß auszugleichen, erfolgt über einen Torx-Schlüssel.
Magura HS22/HS33r: Laut Hersteller eignet sich die HS22 nicht nur für City- sondern auch Trekkingräder. Dagegen finden Sie die robustere HS33r nur an S Pedelecs. Die Bremshebelweite der HS22/HS33r lässt sich stufenlos einstellen, die Bremsen stellen Sie über eine Rädelschraube nach.
Achten Sie beim Nachkauf der Bremsbeläge auf deren Typ, denn es gibt vier Varianten, die für verschiedene Felgentypen gedacht sind und sich allein schon durch die Farbe unterscheiden. Standard ist schwarz für die Verwendung mit unbeschichteten, polierten Felgenoberflächen8.
Tipp: Von Magura sind Brakebooster (engl. Bremskraftverstärker) erhältlich9, welche die Bremskraft um 10 bis 15 Prozent verstärken. Besonders für Personen über 90 kg Gewicht kann sich deren Einbau lohnen.
Der früher bei Felgenbremsen übliche Seilzug wurde -- bis auf die Baumarkträder (siehe Kapitel Baumarkträder) -- fast vollständig durch das zuverlässigere Hydrauliksystem ersetzt. Gebrauchte Pedelecs sind aber noch häufig mit Seilzügen ausgestattet.

Aufbau einer Felgenbremse am Beispiel der Magura HS11: Über die Ölleitung (3) wird der Bremsdruck an den Bremskolben (2) auf beiden Seiten weitergegeben. Diese drücken jeweils den Bremsklotz (1) gegen die Felge. Die Position der Bremsklötze an der Felge wird über einen Hebel (4) angepasst.
Eine Scheibenbremse besteht jeweils aus einer Metallscheibe an der Nabe. Die Bremswirkung wird durch Andrücken von Bremsbacken an die Bremsscheibe erzielt. Erfolgte die Kraftübertragung früher über Seilzüge, so ist heute die zuverlässigere Hydraulik üblich.
Die erste Scheibenbremse wurde in den 1970er Jahren an Fahrrädern montiert10, über die Mountainbikes fand dieses Bremssystem auch bei Freizeiträdern und schließlich bei Pedelecs Verbreitung. Verglichen mit Felgenbremsen ist die Belastbarkeit und Lebensdauer höher, was aber durch ein höheres Gewicht erkauft wird. Der Austausch der Bremsbeläge ist zudem nicht trivial und erfordert Übung. Laien sollten das besser einer Fachwerkstatt überlassen.
Vor allem bei widrigen Wetterverhältnissen spielen Scheibenbremsen ihre Vorteile aus, denn sie liegen weiter innen am Rad und werden nicht so schnell nass oder dreckig.

Tektro-Scheibenbremse am Vorderrad.

Vorsicht: Wenn Sie das Pedelec in einem Fahrradständer abstellen, darf dieser die Scheibenbremse nicht berühren (Pfeil). Die Scheibenbremse wird sonst beschädigt. Wir raten daher, niemals Ihr Rad -- wenn es eine Scheibenbremse hat -- in einem Ständer abzustellen. Foto: www.wsm.eu | pd-f
Die Bremsbeläge werden automatisch nachgeführt, das heißt, Sie müssen sie nicht wie bei Felgenbremsen nachstellen. Falls die Bremsscheiben schmutzig sind, reinigen Sie sie mit Isopropylalkohol, Brennspiritus, alternativ mit Wasser, Seife und einem trockenen Tuch. Bremsenreiniger verbieten übrigens die meisten Hersteller in ihren Betriebsanleitungen11!
Abhängig von Ihrer Fahrweise sind nach etwa 500 bis 3000 km die Bremsbeläge fällig. Die Bremsscheiben halten dagegen wesentlich länger, meistens zwischen 10.000 (Vorderrad) bis 25.000 km (Hinterrad)12. Spätestens wenn die Bremsleistung deutlich nachlässt oder Sie beim Verzögern ein Kratzen hören, müssen Sie sofort den Bremsbelag wechseln lassen. Warten Sie damit zu lange, so beschädigen Sie die Bremsscheibe, für die dann ebenfalls ein Austausch ansteht.

Wie stark die Bremsbeläge (Pfeil) bereits abgenutzt sind, können Sie kaum ausmachen. Wer etwas Geschick hat, baut die Räder zur Kontrolle der Bremsbeläge aus.
Die Trägerplatte und der Bremsbelag sind jeweils ca. 2 mm dick. Bei einer Belagstärke von etwa 1 - 1,5 mm sollten die Beläge gewechselt werden. Prüfen Sie jeweils Vorder- und Hinterradbremse, denn die Abnutzung ist, wie erwähnt, bei beiden unterschiedlich.
Das Foto zeigt ein Scheibenbremssystem von Tektro.
Wichtig: Achten Sie bei Wartungsarbeiten am Pedelec -- zum Beispiel beim Ölen der Ketten -- darauf, dass kein Öl an die Scheibenbremsen gelangt, weil die Auswirkungen auf die Bremswirkung drastisch sind. Selbst mit Bremsenreiniger bekommt man das Öl aus den Bremsbelägen nicht wieder heraus, sodass neue Bremsbeläge nötig werden.
Für die Hydraulik der Scheibenbremsen verwenden die Hersteller unterschiedliche Flüssigkeiten auf Chemie- oder Mineralölbasis13. Shimano, Magura und Tektro setzen auf Mineralöl, andere Hersteller wie Sram auf Chemieprodukte, die als DOT bezeichnet werden. Die DOT-Bremsflüssigkeit hat den Vorteil eines höheren Siedepunkts, sollte allerdings einmal im Jahr ausgetauscht werden.
Wenn mal ein Austausch der Bremsflüssigkeit nötig ist, was sich an fehlender Bremskraft oder Geräuschen (leises Klimpern der Belaghaltefedern an den Scheiben) bemerkbar macht14, ist ein Besuch der Werkstatt angesagt. Vom Selbsttausch der Bremsflüssigkeit raten wir ab, weil die anfallende Flüssigkeit Sondermüll ist, den eine Fachwerkstatt korrekt entsorgt.
Beachten Sie auf jeden Fall die mitgelieferte Anleitung Ihres Pedelecs, die auch Hinweise enthält, ob und wo die Bremsen gegebenenfalls nachzuziehen beziehungsweise zu ölen sind.
Haben Sie Ihr Pedelec neu gekauft oder wurden die Bremsbeläge ausgetauscht, so sollten Sie das Pedelec erst »einbremsen«. Eventuelle Unebenheiten werden dadurch abgeschliffen und die Lebensdauer sowie Bremsleistung erhöhen sich15.
Beschleunigen Sie auf ebener Strecke auf 25 bis 30 km/h und bremsen Sie sehr stark bis auf Schrittgeschwindigkeit ab. Das Pedelec darf dabei nicht zum Stillstand kommen und die Bremsen nicht blockieren. Diesen Vorgang wiederholen Sie mehrmals. Mit jedem Bremsvorgang ergibt sich eine bessere Verzögerung. Wenn Sie keine Verbesserung mehr feststellen, was nach 10 bis 30 maligem Bremsen der Fall sein sollte, ist das Einbremsen abgeschlossen.
Fragen Sie am besten Ihren Fahrradhändler beim Kauf Ihres Pedelecs, ob noch ein Einbremsen nötig ist. Sollte er nicht wissen, was »Einbremsen« überhaupt ist, dürfte auch seine Kaufberatung kaum besser sein.
Einbremsen lohnt sich: Das Enduro Mountainbike-Magazin hat 2018 bei einem Test von Mountainbike-Bremsen eine Verbesserung des Bremsmoments um ungefähr 60 Prozent festgestellt16. Dieser Wert dürfte sich auch auf die Trekkingräderbremsen übertragen lassen.
Den Bremsenherstellern stehen für die Bremsbeläge zwei Materialien zur Verfügung, die sich deutlich voneinander unterscheiden:
Die folgende Tabelle fasst die Vor- und Nachteile der beiden Materialien zusammen. Bitte beachten Sie, dass die aufgeführten Unterschiede in der Praxis teilweise minimal sind und von der Fahrweise abhängen.

Es dürfen nur von den Bremsenherstellern vorgegebene Komponenten eingebaut werden, das heißt auch: Falls Sie von einem gesinterten Bremsbelag auf einen organischen oder umgekehrt wechseln, müssen Sie auch die Bremsscheibe gegen eine passende austauschen.
Die Bremse verliert an Wirkung, wenn sie überhitzt, deshalb sollte man bergab immer im Intervall bremsen. Das heißt, Bremse nicht schleifen lassen, sondern den Handhebel kräftig durchdrücken, dann wieder loslassen. Vergessen Sie nicht, beide Bremsen gleichmäßig einzusetzen, um die Bremslast zu verteilen. Stellen Sie fest, dass die Bremsleistung merklich nachlässt, dann sollten Sie eine kurze Pause einlegen, während der die Bremsen abkühlen. Dabei müssen Sie die Bremshebel loslassen, weil sonst die Bremsbeläge »gebacken« werden17.
Bremsbeläge können durch Überhitzung »verglasen«, was beispielsweise passiert, wenn Sie die Bremse schleifen lassen. Neben der verminderten Bremswirkung macht sich die verglaste Bremse mit Quietschen oder Vibrieren bemerkbar. Sofern Sie es sich zutrauen, bauen Sie die Bremsbeläge aus und halten sie ins Licht. Die Bremsbelagoberfläche sieht wie poliert und nicht matt aus. Gehen Sie kein Risiko ein und tauschen Sie die verglasten Bremsbeläge aus18.
Blau angelaufene Bremsscheiben sind nach hoher Belastung völlig normal. Sollten sich die Bremsscheiben aber verziehen (erkennbar an deutlichem Quietschen) oder gar Risse entwickeln, ist aus Sicherheitsgründen der sofortige Austausch nötig.
Vorsicht ist angesagt, wenn Sie das Pedelec in einem Fahrradständer abstellen, denn die Bremsscheiben dürfen nicht mit der Halterung in Berührung kommen.
Für den Autotransport muss in der Regel das Vorderrad abgenommen werden. Wird nun während des Transports aus Versehen der Bremshebel betätigt, können die Bremsklötze unlösbar »zusammenbacken«, weshalb man zwischen den Bremsklötzen einen Abstandhalter legen muss. Dies kann einfach eine Pappe oder besser eine von den Bremsenherstellern angebotene »Transportsicherung« oder ein »Belagspreizer« sein19. Beim Wiedereinbau des Laufrads dürfen die Bremsbeläge nicht auf die Bremsscheibe »klackern«.
Sie möchten selbst Ihre Scheibenbremsen warten? Dann dürfte das umfangreiche und kostenlose »Scheibenbremsen Kompendium« für Sie interessant sein. Auf mehr als 100 Seiten zeigt der Autor Helmut Fröhlen, wie Sie Probleme erkennen und beseitigen. Sie finden es mit einer Google-Suche nach »Scheibenbremsen Kompendium«.
Marktführer bei den Scheibenbremsen ist das japanische Unternehmen Shimano mit deutlichem Abstand vor Magura und Tektro.
Das Shimano BR-M315-Bremssystem wird in den meisten Pedelecs bis zu einem Verkaufspreis von ca. 3000 Euro verbaut. Übrigens sind die Unterschiede zwischen der BR-M315 und der nächstgrößeren BR-M365 so gering, dass sie sogar die gleichen Bremsscheiben verwenden. Der Bremshebel ist bei der BR-M315 aus Stahl, bei der BR-M365 zur Gewichtsreduzierung aus Alu.
Der deutsche Hersteller Magura spielt bei den Pedelec-Scheibenbremsen derzeit keine große Rolle.
Der Belagwechsel ist hier sehr einfach, da die Beläge nicht, wie bei anderen Herstellern, von einer Spreizfeder an den Kolben gedrückt, sondern magnetisch gehalten werden, was Magura als »magnetiXchange« bezeichnet. Zudem lassen sich die Beläge sehr simpel nach oben aus dem Bremsattel entnehmen und nach dem Ersetzen der Beläge ist kein erneutes Ausrichten nötig20.
Verbaut werden aktuell in Pedelecs die Magura-Modelle MT4, MT5 und MT8, welche sich unter anderem im Übersetzungsverhältnis des Bremshebeldrucks unterscheiden. Die MT4 deckt den Bereich City-/Trekkingrad ab und besitzt einen Aluhebel, der im Vergleich zu den Carbonhebeln der anderen Magura-Bremssysteme ein anderes Druckpunktgefühl vermittelt. In der Bremse des MT5, welche die Zielgruppe der Mountainbiker bedient, sind vier statt zwei Kolben integriert, um die Bremskraft zu erhöhen21. Das Schwestermodell MT5e wird in S Pedelecs verbaut.
Die Gefahr, dass man bei einer Vollbremsung die Kontrolle über sein Pedelec verliert, ist recht groß. Deshalb machen sich Zubehörlieferanten und Zweiradhersteller schon länger Gedanken darüber, wie man der Sturzgefahr mit Sensoren vorbeugt.
Deshalb bietet Bosch inzwischen für seine Antriebe (siehe Kapitel Bosch) ein Antiblockiersystem (ABS) an. Zur Markteinführung Ende 2018 hoben die Hersteller Centurion, Cresta, Flyer, Kalkhoff und Riese & Müller22 entsprechende City- und Trekkingräder mit mindestens 28 Zoll-Reifen23 ins Programm. Die damit verbundenen Mehrkosten dürften dafür sorgen, dass Sie mindestens 4000 Euro für ein ABS-Pedelec auf den Tisch legen müssen.
Das Bosch-ABS besteht aus den Komponenten24:
Das Mehrgewicht gegenüber einem konventionellem Pedelec beträgt etwa 800 Gramm. Laut Bosch ist das ABS mit allen Pedelecs kompatibel, die mit Bosch-Komponenten ab Modelljahr 2019 ausgestattet sind. Zur Frage, ob man das ABS nachrüsten kann, gibt es unterschiedliche Auskünfte. Zumindest für die Marke Flyer nennt ein Händler25 Nachrüstkosten von 500 Euro.
Außen vor bleiben Pedelecs mit eShift (siehe Kapitel Bosch eShift), COBI.Bike (Kapitel COBI.Bike und SmartPhone Hub).
Das ABS wirkt zweifach: Droht das Vorderrad beim starken Bremsen zu blockieren, wird das Bremsverhalten entsprechend reguliert. Zusätzlich überwacht ein Sensor die Drehzahl des Hinterrads. Hebt dieses ab, erhöht sich die Drehzahl, worauf die Bremskraft der Vorderradbremse reduziert wird. Dies vermindert die Überschlagsgefahr. Die Folge ist ein kürzerer Bremsweg, denn Vollbremsungen sind nun auch bei Nässe gefahrlos.
Nur kurz nach Bosch hat der italienische Hersteller Blubrake26 sein ABS zur Marktreife geführt. Die Funktionsweise ist identisch zum Bosch-System.
Derzeit sind Pedelecs mit dem Blubrake-System von den Herstellern Bulls, Crescent und Trefecta erhältlich. Unklar ist, ob die Umrüstung eines vorhandenen Pedelecs möglich ist.
10. Teil: Lesen Sie hier weiter
https://www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-rheinberg-oberberg/aktuelles/aktuelles/article/welche-bremse-und-beleuchtung-muss-am-fahrrad-sein.html
http://www.verkehrsportal.de/stvzo/stvzo_65.php
https://veloklassiker.ch/service/bremsen/ruecktrittbremse/
User:Markus Schweiss (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nabenschaltung zerlegt01.jpg), „Nabenschaltung zerlegt01", https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode
https://www.flickr.com/photos/bike/4352473566
https://www.profirad.de/bremsen/
https://www.flickr.com/photos/velo-radsport/32926716804
https://www.bike24.de/p1786.html
https://www.utopia-velo.de/radratgeber/ausstattung/hydraulische-bremsen/
https://de.wikipedia.org/wiki/Fahrradbremse#Scheibenbremse
http://si.shimano.com/pdfs/dm/DM-MDBR001-03-GER.pdf (Anleitung Shimano BR-M315)
https://www.pedelecforum.de/forum/index.php?threads/bremsscheiben-wann-austauschen.55302/
http://wiki.fahrradbremsen.de/?cat=14
Scheibenbremsen Kompendium von Helmut Fröhlen Kapitel 2.3.1
https://www.e-bike-darmstadt.de/bremsscheiben-und-bremsbelege-am-e-bike-deine-lebensversicherung/
https://enduro-mtb.com/die-beste-mtb-scheibenbremse/
http://trickstuff.de/de/know-how/index.php
https://www.kurbelix.de/anleitungen/bremsen/verglaste-scheibenbremsbelaege-erkennen-und-richten
https://forum.tour-magazin.de/showthread.php?289049-Rad-mit-Scheibenbremsen-im-Auto-transportieren-was-beachten
https://www.rund-ums-rad.info/magura-mt8-bremse-im-test/
https://www.bike-components.de/blog/2015/08/2-oder-4-kolbenbremse/
https://radmarkt.de/nachrichten/fuenf-ausgesuchte-e-bike-marken-debuetieren-bosch-abs
https://pedelec-elektro-fahrrad.de/news/bosch-2019-die-revolution-bleibt-vorerst-aus/175346
https://www.bosch-ebike.com/de/produkte/abs
https://www.fafit24.de/blog/bosch-abs-antiblockiersystem-fuer-e-bikes
https://blubrake.it/product