Dies ist ein Auszug aus dem Buch Online-Shopping für Einsteiger
Autor: Rainer Gievers - Publiziert im Oktober 2015
Wenn Sie ein Produkt über das Internet kaufen, wissen Sie natürlich nicht, welche Qualität es hat, oder ob das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Anders sieht es bei Markenartikeln von Bosch, Siemens, Grundig, Sony, LG, Samsung, Miele usw. aus, bei denen Sie in der Regel von einer einwandfreien Qualität ausgehen können.
Haben Sie ein bestimmtes Markenprodukt im Visier, werden Sie natürlich einen Preisvergleich durchführen. In unserem Beispiel möchten wir ein Handy »Samsung Galaxy S6« erwerben.
Sie klappern nun in Ihrer Stadt mehrere Läden ab, um das günstige Angebot zu finden, was ein ziemlich zeitaufwendiger Prozess ist, der nicht immer zum Erfolg führt. So ist das als Beispiel genannte Samsung-Handy in mehreren Varianten verfügbar, die nicht jeder Händler vorrätig halten wird. Ein neu erschienenes Produkt ist zudem schnell ausverkauft oder liegt nur bei einzelnen Händlern im Regal, welche die Knappheit manchmal mit einer unverschämten Preisgestaltung ausnutzen.
Als Internetnutzer können Sie sich dagegen zurücklehnen, eine Tasse Kaffee trinken und Ihren Webbrowser starten. Vielleicht haben Sie inzwischen bereits einige Online-Shops als Lesezeichen abgespeichert, die Sie nun nach und nach aufrufen. Auch in den Prospekten und Anzeigen von Händlern in der Tageszeitung und in Magazinen finden Sie häufig Webadressen der zugehörigen Online-Shops.
In unserem Beispiel rufen wir die Website des Händlers Cyberport unter www.cyberport.de auf. Klicken Sie in das Suchfeld, das sich bei vielen Anbietern oben auf der Shopping-Seite befindet, und geben Sie den Namen des Produkts ein. Meistens macht die Website bereits Artikelvorschläge, von denen Sie einen auswählen. Alternativ betätigen Sie einfach die Enter-Taste auf Ihrer Tastatur beziehungsweise die Schaltleiste neben dem Eingabefeld, worauf alle passenden Artikel mit Preis aufgelistet werden.
... jetzt wissen wir den Preis.
Sie merken schon, dass der Preisvergleich ganz schön mühselig ist, wenn sie mehrere Online-Shops einzeln aufrufen und durchsuchen müssen. Hinzu kommt noch, dass je nach Produkt auch jeweils andere Online-Shops bemüht werden müssen, denn KFZ-Ersatzteile oder Wohnungseinrichtungen dürften Sie zum Beispiel wohl kaum bei einem Computerhändler finden.
So finden Sie Online-Shops, die das gesuchte Produkt führen: Rufen Sie Google (www.google.de) in Ihrem Webbrowser auf und geben Sie einfach in das Suchfeld die Produktbezeichnung ein, betätigen Sie anschließend die Enter-Taste auf der Tastatur.
Klicken Sie Shopping an.
Google listet zahlreiche passende Angebote auf (Achtung, viele günstige Handy-Angebote setzen den Abschluss eines teuren Mobilfunkvertrags voraus). Beachten sie allerdings, dass Sie hier nur Händler sehen, die dafür an Google zahlen. Die Gefahr, dass Ihnen Produkte überteuert angeboten werden, ist daher bei Google Shopping sehr hoch.
Übersicht in die riesige Anzahl an Online-Shops bringen seit vielen Jahren sogenannte Preisvergleicher. Rufen Sie zum Beispiel mal www.geizhals.de in Ihrem Browser auf.
Im Suchfeld erfassen Sie den Produktnamen und betätigen die Enter-Taste beziehungsweise die Schaltleiste daneben.
Geizhals listet alle Händler auf, die das Produkt liefern können.
Die Bedeutung der Schaltleisten (1):
Die Spalten (2):
Neben Geizhals existieren noch zahlreiche weitere Preisvergleicher, von denen wir hier noch einige vorstellen möchten.
Quelle der Beschreibungstexte sind jeweils (in gekürzter Form) sind die Anbieter selbst.
Tipp: Sie ersparen sich etwas Aufwand beim Preisvergleich, wenn Sie statt den Produktnamen die Herstellernummer oder Artikelnummer suchen. Diese finden Sie meist in der Nähe der Artikelbeschreibung in den Online-Shops.
Halten Sie den Mauszeiger über die Artikelnummer, führen Sie mit der linken Maustaste darauf einen Doppelklick zum Markieren aus und betätigen Sie die rechts Maustaste für das Popup-Menü. Darin wählen Sie Google nach "xxxx" durchsuchen. Dies funktioniert nur bei den Webbrowsern Google Chrome und Mozilla Firefox.
Google listet alle Fundstellen mit der Herstellernummer auf.
Vielleicht haben Sie schon mal in einem Geschäft ein Produkt gesehen, von dem Sie gerne wissen wollten, ob das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Dabei hilft Ihnen nun Ihr Handy mit einer Preisvergleicher-Anwendung (»App«). Wie dies geht, erfahren Sie hier für Android-Geräte und iPhone/iPad.
Die Preisvergleicher-Apps benötigen eine Internetverbindung, um aktuelles Datenmaterial anzubieten. Es kommt einigen Elektromärkten deshalb entgegen, wenn das Gebäude aus Metall besteht und deshalb kein Mobilfunkempfang möglich ist...
Starten Sie die Play Store-Anwendung auf Ihrem Gerät. Suchen und installieren Sie darin Geizhals Preisvergleich.
Rufen Sie Geizhals aus dem Hauptmenü beziehungsweise Startbildschirm auf.
Beim ersten Mal wird Sie die App fragen, für welche Region die Angebote gewünscht werden. Als Deutscher wählen Sie daher Deutschland aus. Schließen Sie mit FERTIG ab. Den folgenden Hinweis-Dialog schließen Sie mit OK.
Wahlweise führen Sie eine Suche durch Eingabe des Produktnamens durch oder Sie scannen den Barcode von dessen Verpackung. Als Gegenmaßnahme weisen einige Elektromärkte ihre Mitarbeiter an, alle Verpackungen aus dem Verkaufsraum zu entfernen.
Gegen Kunden, die von ihrem guten Recht, Preise zu vergleichen, Gebrauch machen, können Läden wenig tun. Einige größere Handelskonzerne machen deshalb aus der Not eine Tugend und bieten eine »Tiefpreisgarantie« an: Wenn der Kunde woanders einen niedrigen Preis vorfindet, erhält er diesen auch in der Filiale. Leider ist die Preisgarantie häufig mit Fußangeln versehen, zum Beispiel zählen Internetpreise nicht oder man darf nur mit Konkurrenten im näheren Umkreis vergleichen. Auf jeden Fall dürfen Sie sich auf eine längere Diskussion mit dem Verkaufspersonal einstellen, das erst einmal Ihr Tiefpreisbegehren abbügeln wird...
Alternative zum Online-Shopping: Die Tiefpreisgarantie mancher Baumarkt-, Möbel- und Elektronikketten -- hier Hornbach (www.hornbach.de) -- macht den Einkauf im Laden wieder interessant.
Eine weitere populäre Methode von stationären Händlern ist die Verwendung von abweichenden Produktbezeichnungen. Ein gutes Beispiel für Letzteres ist die im September 2015 von der Expert-Elektrokette angebotene Waschmaschine AEG LAVAMAT L647EXFL, für die der Preisvergleicher Geizhals gerade mal zwei Anbieter auflistet, wovon einer zu Expert gehört.
Für veränderte Produktbezeichnungen muss der Hersteller mitspielen und manchmal gibt es dafür sogar einen Grund in Form von kleineren technischen Abweichungen wie eine andere Frontblende oder weiteres Zubehör. Der Kunde ist dagegen der Dumme, weil er erst aufwendig herausfinden muss, welche online angebotenen Geräte des Herstellers baugleich zu denen im Laden sind.