Zurück zu Basteln als Hobby

Flipper selbstgebaut

Von Rainer Gievers (April 2025)

Der Nachbau setzt eine CNC‑Fräse oder einen Lasercutter voraus. Die CorelDraw‑Konstruktionsdateien zu diesem Projekt stelle ich am Ende der Seite zum Download zur Verfügung.

Anfang der 2000er Jahre besaß ich selbst einen elektromechanischen Flipper, den ich aber aus Platzgründen nach einiger Zeit wieder verkaufen musste. Es hat mich daher sehr gefreut, als ich von einer sehr aktiven Szene erfuhr, die viele bekannte Flipper als Computersimulation ins nächste Jahrzehnt geführt hat. Zahlreiche Berichte über erfolgreiche Nachbauten von Flippern, die statt dem mechanischen Spielfeld einfach einen Monitor verwenden, haben mich dann schließlich ebenfalls zu einem Nachbau bewogen.

Flipper Selbstbau

Wichtig waren für meinen Nachbau, dass der Flipper einfach transportierbar ist, damit er in einen Kombi passt. Auch musste ich den maximalen Arbeitsbereich meiner CNC‑Fräse von 100 cm berücksichtigen. Deshalb ist der Flipper‑Body kürzer als bei einem Originalgerät.

Aus diesen Gründen habe ich den Flipper in zwei Drittel der Originalgröße konzipiert. Statt eines 40‑Zoll‑Monitors reichte somit ein 32‑Zoll‑Modell.

Das benötigte Material

  • UPERFECT Portable Monitor Touchscreen, 14 Zoll (Dotmatrix-Display)
  • Iiyama ProLite T2735MSC 27 Zoll‑Monitor (Backglass)
  • 32 Zoll LG UltraGear™ UHD Gaming Monitor (Spielfeld)
  • 2× DisplayPort-auf-HDMI (1,8 m + 0,9 m)
  • 2× Visaton 10 RS-OL Lautsprecher mit Schutzgitter
  • TFA Dostmann Innenthermometer digital
  • Sonero 10 m 2×2,50 mm² Lautsprecherkabel
  • LEICKE Netzteil 60 W 12 V für Endstufe
  • Plexiglasscheibe 1000×600×5 mm (Spielfeldabdeckung)
  • Gaming-PC CYBERPOWERPC Wyvern – AMD Ryzen 5 4500, Nvidia RTX 3060 12 GB, 16 GB RAM, 500 GB NVMe SSD, 650 W 80+ PSU, WLAN, Windows 11, Blaze RGB
  • WLAN‑Stick TP‑Link Archer T3U Plus AC1300
  • 2× USB‑PC‑Lüfter 120 mm 2in1
  • 2× Visaton FR 10 Lautsprecher (4 Zoll), 30 W
  • Skytronic 5,25 Zoll Bass‑Lautsprecher
  • Lack myPaint 2in1 750 ml Anthrazitgrau
  • EMOS Steckdosenleiste 5‑fach, 5 m Kabel, weiß + Halterung
  • PremiumCord Klinkenkabel 1,5 m, 3,5 mm Klinkenstecker
  • InLine® Netzkabel 16647F, Schutzkontakt gewinkelt auf Kaltgerätestecker C13 (0,3 m)
  • InLine® Netzkabel 16654O, Netzstecker auf Euro 8 C7 Stecker (0,3 m)
  • InLine® Netzkabel 16656T für Notebook, 3‑polige Kupplung, schwarz (0,3 m)
  • Endstufe RUIZHI 2×50 W + 100 W 2.1‑Kanal‑Subwoofer Verstärker‑Platine
  • Holzland 6,5 mm BIRKE‑MULTIPLEX BFU 100 BB/BB QUERFURNIERT (2 qm)
  • Holzland 12 mm BIRKE‑MULTIPLEX BFU 100 BB/BB QUERFURNIERT (4 qm)
  • Virtual Pinball‑Kit: analog Plunger + Nudge + Joystick
  • Flipperbeine von Pinballcenter:
    • 4× Nylon Bein‑/Schraubenprotektor
    • 4× Standard Beinschraube, schwarz
    • 4× Gummi‑Untersetzer, schwarz
    • 4× Flipperbein schwarz (WPC)
    • 4× Montagewinkel für Flipperbeine
  • Wartungstür IL Mini Cash Box Door (Industrias Lorenzo)
  • Zubehörteile (Schrauben, Montagewinkel usw.)

Die Materialkosten betrugen ca. 2 500 Euro. Allein der Gaming‑PC und der 32‑Zoll‑Monitor machten rund 1 300 Euro aus. Ich entschied mich bewusst für kompromisslose Spielqualität, daher wählte ich einen 4K‑144 Hz‑Monitor, der 2024 über 600 Euro kostete. Ein normaler Büromonitor bietet nur 60 Hz, wodurch man die Kugel nicht flüssig verfolgen kann. Eine hohe Auflösung war mir wichtig, damit bei der großen Displayfläche keine einzelnen Pixel erkennbar sind. Der leistungsfähige PC mit NVIDIA RTX 3060 war erforderlich, um diese Anforderungen zu erfüllen.

Abnehmbare Backbox

Das abnehmbare Topteil (Backbox) besteht aus zwei Fächern für das Backglass (27 Zoll) und die Dotmatrix‑Anzeige (14 Zoll). Ich verwende gerne Gleichteile: Der 27‑Zoll‑Monitor kommt auch in meiner Fotobox zum Einsatz.

Fräsen der Seitenteile

Die Seitenteile des Flipper‑Bodys wurden aus 12 mm Multiplex gefräst. Das Foto zeigt die Frässoftware bei der Arbeit.

Zusammenstecken des Kastens

Zusammenstecken des Flipper‑Kastens:

  1. Flippertaste und Tilt‑Taste
  2. Griffmulde für Transport
  3. Auflagefläche für Playfield‑Monitor
  4. Gerätelüfter
  5. Lautsprecher
  6. Stabilisierungsstrebe (später entfernt)

Monitorausbau

Einpassen des 32‑Zoll‑Monitors, der das Spielfeld simuliert. Später sicherte ich ihn mit einem Monitorträger und einer Acrylglasplatte.

Monitorhalterung fertig

Die fertige Halterung wurde auf der Oberseite schwarz lackiert.

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Erstmals vereint: Flipper‑Body, Monitorhalterung und Backbox.

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Hier greife ich dem fertigen Aufbau etwas vorweg: Die Unterleiste des Playfield‑Monitors lässt sich herausziehen...

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... und der Monitor kann so einfach entnommen werden.

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Ein Blick auf die Unterseite des Monitors; die Konstruktion trägt rund 5 kg.

Innenleben des Steuermoduls

Die Streben halten den herausnehmbaren 27-Zoll-Monitor an seinem Platz.

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Der verwendete Mikrocontroller unterstützt Tasten, Tilt und Joystick. Ein PC‑USB‑Anschluss versorgt die Steuerung.

Aufbau mit PC

Leider bestanden die bei den Flipperfüßen mitgelieferten Schrauben und Befestigungswinkel aus weichem Eisen. Aus Stabilitätsgründen habe ich daher zu Metallwinkeln aus dem Baumarkt und Edelstahlschrauben gegriffen.

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Einblick in den Aufbau:

  1. Gaming‑PC
  2. Gehäuselüfter saugt und bläst
  3. Lautsprecher (Rückseite)
  4. Plunger (Kugelstoßer)
  5. Steuerungselektronik
  6. Lautsprecher‑Endstufe

Flipper während des Aufbaus

Abnehmbarer Fuß.

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Die Tasten Start, Credit und Quit sowie der manuelle Kugelstoßer. Für Spiele wie Terminator empfiehlt sich eine Zusatz-Kugelstoßer‑Taste.

Software‑Einrichtung

Flipper während des Aufbaus. Alle Komponenten sind transportabel und von einer Person aufstellbar!

Sehr zeitintensiv war die Einrichtung der Software. Es gibt im Internet zwar viele Anleitungen, nur waren diese häufig veraltet oder nicht auf meine Konfiguration anwendbar. Ich benötigte schließlich zwei Wochen, bis alles reibungslos lief. Für die Einrichtung empfehle ich PinUp Popper. Spielfelder finden Sie im Internet oder erstellen sie über Virtual Pinball.


Download: CorelDraw‑Konstruktionszeichnung Flipper