Von Rainer Gievers (April 2025)
Der Nachbau setzt eine CNC‑Fräse oder einen Lasercutter voraus. Die CorelDraw‑Konstruktionsdateien zu diesem Projekt stelle ich am Ende der Seite zum Download zur Verfügung.
Anfang der 2000er Jahre besaß ich selbst einen elektromechanischen Flipper, den ich aber aus Platzgründen nach einiger Zeit wieder verkaufen musste. Es hat mich daher sehr gefreut, als ich von einer sehr aktiven Szene erfuhr, die viele bekannte Flipper als Computersimulation ins nächste Jahrzehnt geführt hat. Zahlreiche Berichte über erfolgreiche Nachbauten von Flippern, die statt dem mechanischen Spielfeld einfach einen Monitor verwenden, haben mich dann schließlich ebenfalls zu einem Nachbau bewogen.
Wichtig waren für meinen Nachbau, dass der Flipper einfach transportierbar ist, damit er in einen Kombi passt. Auch musste ich den maximalen Arbeitsbereich meiner CNC‑Fräse von 100 cm berücksichtigen. Deshalb ist der Flipper‑Body kürzer als bei einem Originalgerät.
Aus diesen Gründen habe ich den Flipper in zwei Drittel der Originalgröße konzipiert. Statt eines 40‑Zoll‑Monitors reichte somit ein 32‑Zoll‑Modell.
Die Materialkosten betrugen ca. 2 500 Euro. Allein der Gaming‑PC und der 32‑Zoll‑Monitor machten rund 1 300 Euro aus. Ich entschied mich bewusst für kompromisslose Spielqualität, daher wählte ich einen 4K‑144 Hz‑Monitor, der 2024 über 600 Euro kostete. Ein normaler Büromonitor bietet nur 60 Hz, wodurch man die Kugel nicht flüssig verfolgen kann. Eine hohe Auflösung war mir wichtig, damit bei der großen Displayfläche keine einzelnen Pixel erkennbar sind. Der leistungsfähige PC mit NVIDIA RTX 3060 war erforderlich, um diese Anforderungen zu erfüllen.
Das abnehmbare Topteil (Backbox) besteht aus zwei Fächern für das Backglass (27 Zoll) und die Dotmatrix‑Anzeige (14 Zoll). Ich verwende gerne Gleichteile: Der 27‑Zoll‑Monitor kommt auch in meiner Fotobox zum Einsatz.
Die Seitenteile des Flipper‑Bodys wurden aus 12 mm Multiplex gefräst. Das Foto zeigt die Frässoftware bei der Arbeit.
Zusammenstecken des Flipper‑Kastens:
Einpassen des 32‑Zoll‑Monitors, der das Spielfeld simuliert. Später sicherte ich ihn mit einem Monitorträger und einer Acrylglasplatte.
Die fertige Halterung wurde auf der Oberseite schwarz lackiert.
Erstmals vereint: Flipper‑Body, Monitorhalterung und Backbox.
Hier greife ich dem fertigen Aufbau etwas vorweg: Die Unterleiste des Playfield‑Monitors lässt sich herausziehen...
... und der Monitor kann so einfach entnommen werden.
Ein Blick auf die Unterseite des Monitors; die Konstruktion trägt rund 5 kg.
Die Streben halten den herausnehmbaren 27-Zoll-Monitor an seinem Platz.
Der verwendete Mikrocontroller unterstützt Tasten, Tilt und Joystick. Ein PC‑USB‑Anschluss versorgt die Steuerung.
Leider bestanden die bei den Flipperfüßen mitgelieferten Schrauben und Befestigungswinkel aus weichem Eisen. Aus Stabilitätsgründen habe ich daher zu Metallwinkeln aus dem Baumarkt und Edelstahlschrauben gegriffen.
Einblick in den Aufbau:
Abnehmbarer Fuß.
Die Tasten Start, Credit und Quit sowie der manuelle Kugelstoßer. Für Spiele wie Terminator empfiehlt sich eine Zusatz-Kugelstoßer‑Taste.
Flipper während des Aufbaus. Alle Komponenten sind transportabel und von einer Person aufstellbar!
Sehr zeitintensiv war die Einrichtung der Software. Es gibt im Internet zwar viele Anleitungen, nur waren diese häufig veraltet oder nicht auf meine Konfiguration anwendbar. Ich benötigte schließlich zwei Wochen, bis alles reibungslos lief. Für die Einrichtung empfehle ich PinUp Popper. Spielfelder finden Sie im Internet oder erstellen sie über Virtual Pinball.
Download: CorelDraw‑Konstruktionszeichnung Flipper