Dies ist ein Auszug aus dem Buch Blackout - eine unterbelichtete Republik von Rainer Gievers
Publiziert am 15. Januar 2026
Das Thema Migration hat sich zu einem politischen Dauerstreit entwickelt, bei dem sich bereits abzeichnet, dass damit kommende Wahlen entschieden werden. Vorab ist klarzustellen: Deutschland ist angesichts des Bevölkerungsschwundes auf die Zuwanderung von Fachkräften angewiesen.
In öffentlichen Diskussionen wird der Begriff „Migrant“ häufig undifferenziert sowohl für Flüchtlinge als auch für zugewanderte Fachkräfte verwendet. Dabei bestehen grundlegende Unterschiede:
Medien skandalisieren häufig die Abschiebung gut integrierter Flüchtlinge. Dabei wird jedoch übersehen, dass diese Personen nicht als Fachkräfte nach Deutschland gekommen sind, sondern Schutz vor Gewalt und Chaos gesucht haben. Entfällt der Fluchtgrund, müssen die Betroffenen das Land wieder verlassen.
Umgekehrt steht Flüchtlingen, die bestimmte Bedingungen erfüllen – etwa gesicherter Lebensunterhalt und ausreichende Deutschkenntnisse – nach einigen Jahren der Weg zur Einbürgerung offen. Von dieser Möglichkeit machten im Jahr 2024 rund 292.000 Ausländer Gebrauch.
Dass viele Migranten Deutschland als Zielland wählen, hängt wissenschaftlich belegt und entgegen verbreiteter Annahmen nur nachrangig mit den gebotenen Sozialleistungen zusammen. Der wichtigste Faktor ist das Vorhandensein bestehender sozialer Netzwerke im Zielland.
Zum Jahresende 2024 waren im Ausländerzentralregister (AZR) rund 3,3 Millionen Menschen als Schutzsuchende erfasst. Diese Zahl umfasst Personen mit völkerrechtlichem, humanitärem oder politischem Aufenthaltsstatus, einschließlich ukrainischer Geflüchteter.
Quellen:
Rund um die Flüchtlingsbetreuung hat sich eine umfassende „Industrie“ entwickelt. Organisationen wie Caritas und Diakonie sind nicht nur Betreiber von Notunterkünften und Erstaufnahmeeinrichtungen, sondern übernehmen auch Rechtsberatung, psychologische Betreuung, Deutschkurse und weitere Dienstleistungen.
Darüber hinaus profitiert auch die Privatwirtschaft, etwa durch Hotelbetreiber, die Unterkünfte bereitstellen. Vor diesem Hintergrund ist nachvollziehbar, dass Diakonie und Caritas Erleichterungen bei Abschiebungen kritisch sehen, da beide Organisationen erheblich von der aktuellen Situation profitieren.
Die finanziellen Dimensionen zeigt das Beispiel Berlin: Die Unterbringung von 3.000 Flüchtlingen in Tegel kostet täglich rund 1,2 Millionen Euro, was etwa 400 Euro pro Person entspricht. Gleichzeitig leben dort bis zu 14 Personen unter menschenunwürdigen Bedingungen in offenen „Waben“ ohne Türen oder Privatsphäre.
Kritische Stimmen zur aktuellen Migrationspolitik finden in den Medien vergleichsweise selten Gehör. In diesem Zusammenhang sind die wiederholten Stellungnahmen des christlichen Kinder- und Jugendwerks „Die Arche“ hervorzuheben.
Der Arche-Gründer Bernd Siggelkow kritisierte, dass Einrichtungen wie die Arche zunehmend als „Auffangbecken“ für strukturelle Versäumnisse dienten. Jugendämter verwiesen geflüchtete Familien dorthin, da es an Kitaplätzen und Deutschkursen mangele.
In der Flüchtlingsunterkunft Berlin-Tegel sind nach Angaben der Arche rund 1.000 Kinder untergebracht, die keinen Zugang zu regulärem Schulunterricht hätten. Zudem verzeichnet die Arche zunehmende Probleme mit Gewalt, Anwerbeversuchen konservativer Moscheen, radikalen Predigern auf TikTok sowie offenem Israelhass.
Unter den rund 1.500 Jugendlichen in den Berliner Arche-Einrichtungen gebe es nahezu kein muslimisches Mädchen über 13 Jahre. Mitarbeitende berichten, dass viele Eltern befürchteten, westliche Werte könnten auf ihre Töchter übergreifen, weshalb diese die Einrichtungen ab der Pubertät nicht mehr besuchen dürften.
Quellen: