Dies ist ein Auszug aus dem Buch Blackout - eine unterbelichtete Republik von Rainer Gievers
Publiziert am 15. Januar 2026
Dass sich das Klima erwärmt und die Menschheit dafür die Hauptverantwortung trägt, dürfte wohl außer Frage stehen. Problematisch ist allerdings, dass das wissenschaftliche Fundament für viele Klimathesen auf sehr wackeligen Beinen steht.
Wie stark steigt die Temperatur der Erde an, wenn sich der CO2-Gehalt in der Atmosphäre verdoppelt? Die Antwort auf diese Frage liefert die sogenannte Klimasensitivität. Als Schlüsselwert der Klimaforschung ist sie unerlässlich, um die Auswirkungen künftiger Emissionsszenarien abzuschätzen. Allerdings liegen die berechneten Werte zwischen ca. 1,5 und ca. 4,5 Grad Celsius. Das heißt, man weiß, dass die Erde wärmer wird, aber die genaue Stärke ist unbekannt.
Von der erwarteten Erwärmung hängen unsere politischen Entscheidungen ab:
Niedrige Klimasensitivität (ca. 1,5 °C):
Die Erwärmung läuft langsamer ab und die Schäden sind begrenzt. Eine Anpassung, beispielsweise von Deichen oder der Landwirtschaft, wäre gut möglich. Radikale Maßnahmen sind dann nicht zu rechtfertigen.
Hohe Klimasensitivität (ca. 4,5 °C):
Die schnelle, starke Erderwärmung birgt hohe Risiken und drastische Emissionsreduktionen könnten sinnvoll sein.
Die aktuelle Politik handelt oft so, als wäre das 4,5-Grad-Szenario sicher, obwohl das 1,5-Grad-Szenario wissenschaftlich nicht ausgeschlossen ist.
Klimamodelle sind wichtige Werkzeuge, aber sie können die Zukunft des Klimas nicht wie eine Wettervorhersage „exakt prognostizieren“. Stattdessen liefern sie berechnete Szenarien. Globale Klimamodelle sind dabei so komplex, dass sie nicht im klassischen Sinn widerlegt werden können. Bei den enthaltenen Teilmodellen, beispielsweise für Wolkenbildung, Luftschadstoffe (Aerosole) oder langsame Meeresströmungen, muss mit starken Vereinfachungen oder sogar Annahmen gearbeitet werden.
Regionale Klimamodelle sind in diesem Zusammenhang besonders kritisch zu sehen. In der Vergangenheit haben viele Modelle die Erwärmung in der unteren Atmosphäre (Troposphäre) stärker berechnet, als sie dann in Satellitenmessungen zu sehen war.
Temperaturziele von maximal 1,5 Grad Erwärmung werden häufig als scharfe physikalische Grenze behandelt, obwohl sie keinen konkret messbaren „Kipp-Punkt“ markieren, bei dem das Klimasystem schlagartig umspringt. Es handelt sich vielmehr um eine willkürlich gewählte politische Marke.
CO2 ist ein zentraler Steuerungsfaktor im Klimasystem. In der Physik der Treibhausgase ist gut belegt, dass der Strahlungsantrieb von CO2 mit der Logarithmus-Funktion zunimmt. Daraus folgt: Die erste Verdopplung der Konzentration von vorindustriell etwa 280 ppm auf 560 ppm bewirkte deutlich mehr zusätzliche Erwärmung als eine weitere Verdopplung darüber hinaus.
Dieser abnehmende Zusatz-Effekt bedeutet nicht, dass hohe CO2-Werte harmlos wären, sondern dass jede zusätzliche Erhöhung auf einem bereits hohen Niveau immer noch Wirkung hat – nur eben in einer flacher werdenden Kurve.
Neben den von Menschen produzierten CO2 spielen beim Klima aber auch natürliche Phänomene wie Ozeanzyklen (können über Jahrzehnte Temperatur- und Niederschlagsmuster verstärken oder dämpfen), schwankende Sonneneinstrahlung und Wolken (je nach Art und Höhe wärmend oder kühlend) eine wichtige Rolle.
Erdgeschichtliche Daten zeigen zudem: Temperaturänderungen gingen CO2-Änderungen häufig voraus, nicht umgekehrt.
Fazit: Politiker und Aktivisten suggerieren eine lineare, nahezu monokausale Steuerung des Klimas durch CO2 – das ist wissenschaftlich verkürzt.
Deutschland verursacht ca. 1,8 % der globalen CO2-Emissionen. Selbst eine vollständige Emissionseliminierung hätte keinen messbaren Einfluss auf die globale Temperaturentwicklung.
Klimapolitik wirkt nur global. Vor diesem Hintergrund sind die langfristigen Klimaziele der großen Emittenten entscheidend. Die EU hat sich der Klimaneutralität bis Mitte des Jahrhunderts verschrieben und auf mindestens 55 Prozent Emissionsminderung bis 2030 gegenüber 1990 verständigt. Seit 2025 steht „Klimaneutralität bis 2045“ in einem neuen Artikel des deutschen Grundgesetzes.
Dagegen sind die Versprechungen der anderen großen Industrienationen recht schwammig. Die USA und China planen mit der Netto-Null zu Mitte des Jahrhunderts. Ob die klimakritische Trump-Regierung die Zusagen der Vorgänger einhält, ist ebenso fraglich wie die Zuverlässigkeit Chinas, das für politische Stabilität nicht nur die eigenen Menschenrechte opfert.
Frankreich und Dänemark sind zwei Beispiele für EU-Staaten, die erfolgreich ihre Energieversorgung auf fast völlige CO2-Neutralität umgestellt haben. Während Norwegen aufgrund seiner geografischen Lage weitgehend auf Wasserkraft setzt, nutzt Frankreich inzwischen zu 65 Prozent Atomkraft und deckt weitere 31 Prozent mit Erneuerbaren ab.
In Deutschland wurden die Atomkraftwerke abgeschaltet, während gleichzeitig der nahezu vollständige Umstieg auf Wind- und Solarenergie vorangetrieben wird. Wind- und Photovoltaikanlagen können jedoch die dauerhaft hohe Grundlast eines Industrie- und Exportlandes wie Deutschland bislang nicht verlässlich decken – insbesondere nicht in Zeiten von Dunkelflauten oder stark erhöhtem Bedarf im Winter.
Um Versorgungslücken zu vermeiden, müssen daher weiterhin Kohle- und Gaskraftwerke in Bereitschaft gehalten oder tatsächlich betrieben werden. Dies führt zu erheblichen zusätzlichen CO2-Emissionen und konterkariert den von der Politik kommunizierten Anspruch einer „klimaneutralen“ Energieversorgung.
Großtechnische Batteriespeicher, die solche Schwankungen im benötigten Umfang ausgleichen könnten, wären nach heutigem Stand mit Investitionen im Billionenbereich verbunden und sind deshalb derzeit als Utopie anzusehen.
Die Kosten für sinnlose Subventionen von Wind- und Solarparks, den Betrieb von traditionellen Kraftwerken und den Ausbau des Leitungsnetzes trägt am Ende der deutsche Steuerzahler.
Es hat sich eine regelrechte „Klima“-Industrie entwickelt, die sich gegenseitig Fördergelder und Posten zuschiebt. Altgediente Vereine wie Greenpeace sind von NGOs, zum Beispiel der Deutschen Umwelthilfe, abgelöst worden, die nicht nur öffentliche Gelder erhalten, sondern sich gegen Spenden ihre Umweltklagen abkaufen lassen.